Sie sind hier:

Geschichte an der Oberstufe

Der Geschichtsunterricht soll die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Ereignisse, Strukturen und Prozesse der Vergangenheit in ihrem historischen Zusammenhang und ihrer Bedeutung für die Gegenwart zu untersuchen und zu beurteilen. Dies bedeutet keinen „zweiten Durchgang“ durch die Menschheitsgeschichte, sondern vielmehr die Möglichkeit, Problemfragen an die Geschichte zu stellen, historische Ereignisse und Entwicklungen zu erschließen, zu diskutieren und schließlich eigene Urteile zu fällen. Die hierbei erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten leisten einen wichtigen Beitrag zu einem tieferen Verständnis gegenwärtiger Verhältnisse, Problemfelder und Konflikte und erweitern die Fähigkeit diese selbständig zu erschließen, darzustellen und zu bewerten. Für diesem Hintergrund leistet das Fach Geschichte außerdem einen wichtigen Beitrag zur Vertiefung der Allgemeinbildung und der Erlangung der Studierfähigkeit.
Der Unterricht dieses Faches ist sehr vielfältig gestaltet. In einem Halbjahr steht die genetische Untersuchung im Vordergrund, dass heißt die Frage nach den Bedingungsursachen, zum Beispiel „Wie konnte es zum Nationalsozialismus und zum Holocaust kommen?“ In einem anderen Halbjahr werden verschiedenste Aspekte einer ganzen Epoche bzw. eines ganzen Zeitalters in den Blick genommen.

Wie für die Geschichtswissenschaft, stellen historische Quellen auch für den Geschichtsunterricht den „Rohstoff“ dar, den es zu untersuchen und zu bearbeiten gilt. Sowohl Quellen aus vergangenen Epochen, wie zum Beispiel Texte, Karikaturen und Fotografien, als auch gegenwärtige Quellen, wie Denkmale, Museen, Spielfilme, filmische Dokumentationen und Zeitungen stellen die Gegenstände des Geschichtsunterrichts dar.
Die Einnahme verschiedener Perspektiven und kontroverser Standpunkte und der kritische Umgang mit diesen sind wesentliche Elemente des Geschichtsunterrichts in der Oberstufe. Der folgende Überblick zeigt die in Bremen geltenden Rahmenthemen und Kurse. Für das Zentralabitur werden zwei Schwerpunktthemen aus der Qualifikationsphase festgelegt.

Einführungsphase
Im ersten Halbjahr wird der Abschluss des in der Mittelstufe durchlaufenen chronologischen Durchgangs mit folgenden Themen vertieft:

  • Deutschland in der Nachkriegszeit (1945 – 1949)
  • Der Ost-West-Konflikt
  • Deutschland seit 1945 im internationalen Kontext
  • Umgang mit Geschichte

Im zweiten Halbjahr wird Geschichte des islamischen und des christlichen Kulturkreises in den Blick genommen. Hierbei werden sowohl die religiösen Grundlagen und Zusammenhänge erarbeitet als auch Begegnungen, Dialoge und Konfliktlinien zwischen diesen Kulturkreisen untersucht, um daraus Gestaltungsmöglichkeiten für das Zusammenleben der Kulturen in der Gegenwart abzuleiten. Hierfür können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden.

Zum Beispiel:

  • Religion und Staat im islamischen und christlichen Kulturraum
  • „Kriege im Namen Gottes“ – Die Kreuzzüge
  • „Al-Andalus“ – Symbiose zwischen Orient und Okzident?
  • Der osmanische Staat – ein islamisches Großreich

Qualifikationsphase
1. Rahmenthema (Q1.1)

  • Zwischen alter und moderner Welt – Revolutionen, Industrialisierung, Nation. Expansion

2. Rahmenthema (Q1.2)

  • Das Zeitalter der Extreme – Totalitarismus und Demokratie

3. Rahmenthema (Q2.1)

  • Der Aufbau der modernen Welt nach 1945

4. Rahmenthema (Q2.2)

  • Herausforderungen der Moderne – Gegenwartsprobleme in historischer Perspektive