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Der Tod fährt mit - Theateraufführung der Q2

Impressionen

Die Entstehung
Der Inhalt
Die Aufführung

Die Entstehung

Wir, der Darstellendesspiel-Kurs der Q2, haben im vergangenen Dreiviertel Jahr ein Theaterstück geschrieben. Entstanden ist „Der Tod fährt mit“. Ein Stück übers Leben und Sterben, geschmückt mit dem Tod als Charakter.

Angefangen hat alles mit Recherche. Eigentlich war unser Plan nämlich, ein bereits geschriebenes Theaterstück aufzuführen. Es folgte eine ernüchternde Erkenntnis: Uns gefällt nichts. Nach langen Beratungen mussten wir feststellen, dass alle von uns als „potenziell passend“-markierten Stücke, uns doch nicht in den Kram passten.

Also haben wir uns in Gruppen aufgeteilt und Szenen entwickelt. Alles begann mit einer einzigen Szene. Und dann hörte es nicht mehr auf. Unsere anfänglichen Pläne, ein Stück mit der Hilfe von KI schreiben zu lassen, um uns den Stress des „Selbst-Schreibens“ zu ersparen, wurden völlig über Board geworfen. Woche um Woche entwickelten wir neue Szenen.

Schnell wurde klar, dass das Stück weiterhin in Gruppen aufgeteilt entstehen würde. Zwei Szenarien, die zusammenhängen und sich doch völlig fremd sind. Das Ganze zusammenzubringen, war letztendlich leichter als wir erwartet hatten. Der Tod war ab sofort das Verbindungsglied, denn in ganz unterschiedlichen Szenarien starben Leute auf ganz unterschiedliche Weise.

Klar war auch, dass die Gruppen zwar unabhängig bleiben sollten, aber zu irgendeinem Zeitpunkt aufeinandertreffen sollten. Dadurch kristallisierte sich nach und nach heraus, wie viele Szenen jeweils entstehen sollten, fünf für jede Gruppe und eine abschließende gemeinsame Szene, die Szenen der Tode nicht in Betracht gezogen.

Im Aufbau zogen wir den klassischen Aufbau eines Dramas zurate und setzten dem Ganzen zum Schluss unsere eigene Krone auf. Als wir fast alle Szenen zumindest einzeln geprobt hatten, standen wir vor einem neuen Problem: Der Unterricht konnte nicht so stattfinden, wie geplant. Wir wurden daher in unsere Stückentwicklung stark zurückgeworfen im Timing.

Daher mussten wir auch spontan unsere Aufführung verschieben und hatten genau eine Durchlaufprobe, ehe wir aufführen konnten. Daher war unsere erste Aufführung als „öffentliche Probe“ angekündigt und damit unsere zweite Durchlaufprobe vor der Premiere.

Auch die Aufführung selbst, wurde nur als „Premiere“ angekündigt. Warum? Wir hatten keinen Titel für das Stück. Arbeitstitel der Gruppen ja, aber einen richtigen Titel? Fehlanzeige. Darum haben wir uns in der letzten Vorbereitungsstunde vor der öffentlichen Probe gekümmert und schnell noch Schilder mit dem Titel gemalt.

Vorrangig brauchten wir den Titel, um bei der Ankündigung das Stück irgendwie benennen zu können. Glücklicherweise hatten wir schnell einen Titel gefunden, der erstens den Inhalt widerspiegelte, ohne zu viel zu Spoilern und zweitens catchy genug war, um die Aufmerksamkeit des Publikums für uns zu gewinnen:

„Der Tod fährt mit“.

Der Inhalt

Ein dunkler Nebel liegt über dem Camp, die Klasse verhält sich launisch nach der langen Busfahrt, mit türkischer Begleitmusik. Auf der anderen Seite des Sumpfs erstreckt sich das weite Meer. Das Kreuzfahrtschiff liegt noch ruhig auf den wilden Wellen.
Letztlich bekommt der Tod Besuch von einem jungen Herren, zwei weitere sollen folgen. Ersterer erweist sich jedoch anders, wichtiger. Er setzt sich vor den Tod, erzählt ihm, er solle ihn ersetzen. Der Tod zeigt sich entsetzt, nun will er ihm beweisen, dass diesen Job nur einer machen kann.
Er führt seinen Besucher auf das Kreuzschiff. Dort werden sie Zeuge des Check-ins, eines merkwürdigen Dinners, eines heftigen Streits und schließlich eins Mordes.

Die Tode ziehen weiter und beobachten die Schülerinnen Ronja und Toni dabei, wie sie eine Wette abschließen: Sie wollen zwei ihrer Mitschüler davon überzeugen, ZERO, die neu Modedrogen zu schlucken. Die Folgen sind verheerend - und wieder kommt der Tod ins Spiel.
Auf der Beerdigung kommen die Schüler, Lehrer, Gäste und Mitarbeiter der Kreuzfahrt schließlich zusammen, um ihr Beileid für die verstorbenen auszusprechen. Doch auch hier streckt der Tod seine Finger aus nach der vermeintlich verrückten Putzfrau Rosa, die ihn sieht und für den Teufel persönlich hält …

Die Aufführung

Am Morgen trafen wir uns um 9:55 Uhr in der Aula, die zu diesem Zeitpunkt noch leer und ruhig war. Gemeinsam begannen wir damit, die Bühne für unsere Aufführung vorzubereiten. Stuhl für Stuhl wurde für das Publikum aufgestellt, während andere die Scheinwerfer montierten und ausrichteten, damit später jede Szene richtig beleuchtet werden konnte.
Nach und nach verwandelte sich die leere Aula in einen richtigen Aufführungsraum, und die gespannte Vorfreude auf den Tag war deutlich zu spüren.
Als schließlich alles vorbereitet war, konnten wir uns auf unsere öffentliche Generalprobe konzentrieren. Gegen 11:50 Uhr füllte sich der Saal langsam, etwa 150 Zuschauerinnen und Zuschauer nahmen auf den Stühlen Platz und warteten gespannt darauf, einen ersten Eindruck von unserem Stück zu bekommen.

Tyron saß auf dem Stuhl als der Tod, der Vorhang ging auf und das Stück begann. Während der Generalprobe lief das Stück insgesamt sehr gut. Zwar gab es einige kleinere Schwierigkeiten, doch insgesamt spielten wir konzentriert und mit viel Energie.

Für einen besonders unerwarteten Moment sorgte Finn: In einer Szene sollte er mit einem Skateboard von der Bühne gebracht werden. Doch dabei verlor er plötzlich das Gleichgewicht und fiel fast vom Skateboard herunter. Es ist glücklicherweise nichts passiert, aber sorgte für einen ordentlichen Lacher.

Gegen 13:00 Uhr beendeten wir schließlich die Probe.

Am Abend trafen wir uns dann erneut um 19:00 Uhr, um uns auf die eigentliche Aufführung vorzubereiten. Hinter der Bühne herrschte eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude.

Der Einlass für das Publikum begann um 19:45 Uhr, und nach und nach füllte sich der Saal mit Zuschauerinnen und Zuschauern. Insgesamt waren an diesem Abend etwa 100 Gäste anwesend. Punkt 20:00 Uhr begann schließlich unsere Vorstellung.
Gleich zu Beginn der Aufführung kam es jedoch zu einer kleinen Panne: In der ersten Szene hätte eigentlich ein Stuhl vor der Bühne stehen sollen, doch dieser fehlte. Dadurch mussten wir kurz improvisieren, dass Fynn vor mir einfach steht. Was die Situation zwar etwas chaotisch machte, aber gleichzeitig auch zeigte, wie flexibel wir als Gruppe reagieren konnten.

Trotz dieses kleinen Fehler verlief die Aufführung insgesamt sehr gut. Das Publikum verfolgte das Stück aufmerksam und reagierte an vielen Stellen mit Lachen oder gespannter Stille. Man merkte deutlich, dass die Geschichte die Zuschauer mitnahm.
Leider kam es jedoch ganz am Ende noch zu einem technischen Problem: Plötzlich sprang eine Sicherung heraus, wodurch die Musik ausfiel. Das eigentlich geplante magische Ende der Aufführung wurde dadurch etwas beeinträchtigt. Trotzdem blieb die Stimmung im Saal positiv, und die Aufführung wurde mit Applaus belohnt.

Am Ende war der Tag trotz kleiner Pannen ein großer Erfolg und ein besonderer Abschluss unserer gemeinsamen Arbeit.